Wir begrüßen einen neuen Buchstaben in unserer Mitte

Hurra, es ist soweit – die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat nach hartnäckiger Lobbyarbeit des Deutschen Institus für ebensolche (DIN) den bisher einzigen deutschen Buchstaben ohne versale Variante endlich seinen Brüdern und Schwestern gleichgestellt: Das „ß“ gibt es nun auch als Großbuchstaben.

Wie jede Veränderung in der Welt von Norm und Ordnung wirft dieser Entschluss allerdings erhebliche Probleme auf: Auf welche Taste des Keyboards sollen großes und kleines ß? Müssen Millionen Sekretärinnen umgeschult werden, wie implizit der Tatstaturhersteller Cherry befürchtet? Und was ist mit der deutschen Rechtschreibung? Wenigstens hier kann Entwarnung gegeben werden: Es wird keine Reform der Reform der Reform geben, Sie dürfen bei Wörtern in Majuskeln weiterhin das ß als SS schreiben.

130 Jahre lang stritten die Gelehrten und andere special interest groups ob der Einführung eines großen Bruders für das kleine ß. Unerwartet: Die DDR hat im deutschsprachigen Raum bereits 1950 auf pragmatische Weise die Innovationsführerschaft übernommen, als sie ihren GROßEN DUDEN herausbrachte. Wenn Sie also mal in die Situation kommen sollten, in Gertis Stübchen in Bautzen bei ihren lokal verwurzelten Tischnachbarn durch Ostalgie Sympathien erschleichen zu müssen, können Sie nun mit dieser Wissensperle glänzen. So ein Glück.

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1 Kommentar zu “Wir begrüßen einen neuen Buchstaben in unserer Mitte”

  1. Apropos Bautzen… . Allgemein . artif orange . Corporate Blog

    […] Bautzener Eierschieben am Proschtataberg…oder so ähnlich. Jetzt steigen Sie endgültig zu Gertis Liebling […]

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