Google, die Wirtschaftskrise und der Mathematiker Wolfram

Google ist klarer Marktführer unter den Internetsuchmaschinen. Gegründet wurde das Unternehmen von Larry Page und Sergey Brin am 7. September 1998 im Silicon Valley mit dem Ziel, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein zugänglich zu machen. Mit großem Erfolg! Momentan werden allein 40 Milliarden deutsche Suchanfragen im Jahr gezählt. Das bedeutet im Schnitt, dass jeder der 25 Millionen deutschen Google-Nutzer am Tag etwa 5 Suchbegriffe eingibt. Vor allem junge Menschen ziehen ihre Informationen in erster Linie aus dem Internet und noch konkreter ausgedrückt: sie informieren sich mittels Google. Inzwischen ist das Informationsangebot so weit entwickelt worden, dass es Satellitenbilder (Google Earth), Landkarten (Google Maps) und auch Videos (Youtube) gibt.

Das durchschlagendste Konzept von Google ist jedoch sein Werbemodell. Adsense und Adwords, die die passenden Werbebotschaften zum eingetippten Suchbegriff generieren, sind wegen der hohen Relevanz für den Suchenden und der Monopolstellung von unschätzbarem Wert für die Suchmaschinenbetreiber. So kommt es, dass heute kein Konkurrent wirklich auf Augenhöhe mit Google mithalten kann und trotzdem beginnt auch der Marktführer langsam die sich ausweitende Wirtschaftskrise zu spüren.

„Am Ende werden die weltweiten Probleme der Unternehmen irgendwie auch in unsere Welt durchdringen“, sagte Eric Schmidt, CEO vom Suchmaschinenriesen Google neulich und bezeichnete die aktuelle wirtschaftliche Situation als „ziemlich düster“. Obwohl sein Unternehmen noch besser aufgestellt sei als andere, so sei auch Google nicht gegen den wirtschaftlichen Abschwung gefeit.

Der Google-Konzern, der sein Geld vor allem mit den oben erwähnten Online-Anzeigen verdient, leitete bereits die ersten Sparmaßnahmen ein, stoppte Projekte und entließ Mitarbeiter. In der aktuellen Situation konzentriert sich der Suchmaschinenriese vor allem darauf, die Kostenstruktur sowie die Effizienz seiner Geschäftssegmente einer Prüfung zu unterziehen.

Dagegen hält sich die neue Chefin des Konkurrenten Yahoo, Carol Bartz, bedeckt, was die Zukunft des Suchmaschinengeschäfts ihres Unternehmens betrifft. Bekannt ist nur, dass der Software-Riese Microsoft weiterhin an Yahoo interessiert ist. Interessanterweise zeigt sich Bartz unzufrieden mit dem Yahoo-Kartendienst und gab unumwunden zu, dass sie Nutzerin von Google Maps ist. Und das wiederum erklärt doch auch auf diffuse Art und Weise, warum Google eine solch ausgeprägte Vormachtstellung hat.

Neugierig sein darf man allerdings auch auf die im Mai 2009 online gehende Suchmaschine „Wolfram Alpha“ des brillanten Mathematikers Stephen Wolfram. Er hat sich nämlich auf seine Fahne geschrieben, Google als Marktführer abzulösen. Konkret soll „Wolfram Alpha“ in der Lage sein, Fragen zu beantworten, die in natürlicher Sprache gestellt werden. Die Antworten sollen extrem detailliert und mit Grafiken angereicht sein. Einziges Problem dabei ist, dass die fundierten Informationen einen Durchschnittsnutzer heillos überfordern können, da sie eher für Menschen mit einem Intelligenzquotienten wie dem des Wissenschaftlers Wolfram konzipiert sind. Ab Mai wird man also sehen, ob Google nun aus einer ganz neuen Richtung eine steife Brise ins Gesicht bläst. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt!

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