Baustellenplanung

Nun weiß ich nicht, ob es denn wirklich Beamte sind, die über die Baustellenplanung entscheiden, aber insofern eine maximale Ignoranz der Bedürfnisse des einfachen Volkes sowie das aktive Bemühen um Effizienzvermeidung für das Stereotyp des Beamten stehen, handelt man dort sicher in seinem Geiste.

Es ist den Damen und Herren dort in den Sinn gekommen, man müsse mal wieder den Asphalt auf der B27 auf Höhe unseres Büros aufreißen. Mal hier, mal dort, jeden Tag ein paar Meter versetzt. Wer die B27 nicht kennt, sollte noch wissen, daß genau diese Stelle auch so schon der Flaschenhals zwischen den hervoragend ausgebauten Teilstücken von Stuttgart bis Eingang Tübingen und Ausgang Tübingen bis Dußlingen ist – mit nur noch einem Streifen pro Richtung.

Jedenfalls hat man es in der Verwaltung für klug erachtet, werktags und genau zur morgendlichen Rush Hour mit den Arbeiten zu beginnen. Es ist beachtlich, mit wie wenig Einsatz sich eine große Wirkung erzielen läßt. Die Baustelle hat eine Größe von ca. sechs Quadratmetern, und auf ihr drängeln sich drei Arbeiter, von denen zwei wie üblich einem bei der Arbeit zusehen scheinen. Ein Stau von mehreren Kilometern Länge in beide Richtungen ist die Folge. Das Beste: Kurz nach dem Mittag ist Schluß für den Tag. Am nächsten Morgen geht es dann ein paar Meter entfernt mit einer neuen Baustelle weiter.

Nun fragt sich ein vernunftbegabter Mensch vermutlich, warum solche Arbeiten nicht am Wochenende, nachts oder wenigstens nachmittags verrichtet werden. Aber muß man wirklich alles immer vernünftig machen? Warum nicht mal so richtig unabhängig denken? Zum Beispiel, indem Sie einfach Ihre Steuern mal an das Finanzamt Hamburg-Süd oder gleich der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger überweisen? Wieso nicht an ungeraden Kalendertagen die Fußgängerzone als Verkehrsübungsplatz für Ihre minderjährige Tochter nutzen? Oder dem Busfahrer mal eine Pause gönnen und selber das Steuer in die Hand nehmen? Führt zu Unglück und Chaos, meinen Sie?

Ich bitte Sie: Das hat in der Verwaltung doch auch noch nie jemanden gestört.

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1 Kommentar zu “Baustellenplanung”

  1. Mario Lorek

    Über diese Baustelle habe ich mich auch geärgert. Der Verkehr hat sich bis zur B28 gestaut. Dadurch entstehen den Wartenden erhebliche Kosten. Benzin, Arbeitszeitausfall und nicht zu vergessen Umweltverschmutzung. In der Nähe fangen doch die genialen Feinstaubschilder an.

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