Archiv der Kategorie ‘Neues aus der Welt‘

Apropos Bautzen…

25. Juni 2008

…wie uns die Internetpräsenz der Stadt Bautzen auf Ihrer Seite Höhepunkte mitteilt, veranstaltet man dort jedes Jahr an Ostern das Bautzener Eierschieben am Proschtataberg…oder so ähnlich. Jetzt steigen Sie endgültig zu Gertis Liebling auf.

Aus aktuellem Anlass

23. Juni 2008

Heute vor 474 Jahren wurde Oda Nobunaga geboren, ein Daimyo (big boss) in der Sengoku-Zeit in Japan. Herr Oda war ein ausgesprochener Querkopf für seine Zeit, was sich neben seiner Politik auch in seinem persönlichen Habitus äußerte. Er trieb es mit seinem Benehmen zuweilen so weit, dass sein Statthalter sich genötigt sah, rituellen Selbstmord (seppuku) zu begehen, um seinen Herrscher auf diese Weise zurechtzuweisen. Das war zwar konsequent, blieb aber folgenlos.

Oda-san krempelte so ziemlich alles um, was er anfasste. Er brach die Vorherrschaft der Buddhisten, ermöglichte auch Angehörigen niederer Stände den Aufstieg, führte Berufssoldaten und Feuerwaffen ein, gestattete den ersten Christen in Japan missionarische Tätigkeit und liberalisierte die Wirtschaft. Dummerweise beleidigte er einen seiner Generäle, Akechi Mitsuhide, indem er in betrunkenem Zustand dessen Kopf als Trommel für einen Fächer verwandt. Dieser rächte sich später mit einem Überraschungsangriff und zwang den geschlagenen Herrn Oda nun seinerseits zum seppuku. Das war ebenfalls konsequent, hatte aber diesmal auch Folgen – und zwar für Herrn Akechi, der wenige Tage später von Toyotomi Hideyoshi besiegt wurde und…nein, Sie liegen falsch. Herr Akechi zog die Flucht vor und wurde unehrenhaft auf selbiger von Bauern getötet.

Was lehrt uns diese Geschichte?
1. Wenn sich Deine Mitarbeiter wegen Deines Führungsstils umbringen, ist das noch lange kein Grund, irgendetwas zu ändern.
2. Wenn Du ein Querkopf bist, vermeide jeglichen musikalischen Ehrgeiz.
3. Stil in der Niederlage zeigt nur, wer sie sich eingesteht.

In diesem Sinne: eine erfolgreiche Woche.

Eine Farbe geht um die Welt

23. Juni 2008

Nach der orangenen Revolution in der Ukraine nun das: Farbe bekennen für Menschenrechte. Der dänische Bildhauer Jens Galschiot hat mit The Color Orange eine Initiative gestartet, die während der Olympischen Spiele in Peking mittels der Farbe Orange auf Chinas Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen möchte. Er und seine Unterstützer versuchen, mit allerlei Aktionen und über verschiedene Kanäle Besucher und Athleten dafür zu aktivieren, während der Spiele irgendetwas Orangenes zu tragen – oder auch nur demonstrativ eine Orange zu pellen. Eine schöne Vorstellung.

Galschiot hat eine einzelne Farbe als Symbol für seine Bewegung ausgesucht, um so das Verbot des Tragens offensichtlicher (unerwünschter) politischer Symbole zu umgehen. Er hofft, dass China nicht dazu übergehen wird, eine ganze Farbe zu verbieten. Obwohl der Gedanke durchaus etwas Zwingendes hat, wenn hohe Parteikader wegen des staatszersetzenden Aktes der Orangenpellerei die nächsten 15 Jahre in Qinghai Steine klopfen sollten.

Ein mögliches Verbot wirft viele Fragen auf. Wird Holland nicht an den Spielen teilnehmen dürfen? Gibt es ein Einreiseverbot für Büger aus Orange County, CA? Und was geschieht nun mit den Chinaplänen von artif orange? Müssen wir uns bei einer Expansion umbenennen? Vielleicht in artig red? Die Verunsicherung ist groß.

Wir danken Belgien für Pralinen, die Schlümpfe und – das Internet!

20. Juni 2008

Ehre, wem Ehre gebührt. Auch wenn einige Leute noch immer Al Gore (kalt) oder die amerikanische Air Force (wärmer) für den Erfinder des WWW halten, so weiß doch die New York Times: Das Internet kommt aus Belgien. Bereits 1934 entwarf technology’s lost pioneer Paul Otlet Pläne für ein weltumspannendes Netzwerk von Computern (die er electric telescopes nannte), über das Millionen Dokumente, Bilder, Audio- und Videodateien gefunden und getauscht werden sollten. Darüber hinaus aber hat er auch noch das Konzept des Hyperlinks entwickelt – eine der meist unterschätzten Erfindungen des vergangenen Jahrhunderts.

Selbst social networks sah Otlet voraus. Er begann bereits 1895, zusammen mit dem späteren Nobelpreisträger Henri La Fontaine, Daten über alle jemals erschienen Schriftstücke zu sammeln und sie in einem gewaltigen Lochkartensystem mit über 12 Millionen Einträgen zu indizieren. Besonders erstaunlich ist, dass seine Version des Internets zeitweilig funktionierte – und zwar so: mehr ...

Wir gratulieren der fetten Katze

19. Juni 2008

Garfield wird 30. Herzlichen Glückwunsch! Und so fing alles an. Brissot de warville